Die Schlucht liegt eingebettet zwischen bewaldeten Hängen, durch die sich ein Bach seinen Weg bahnt. Der Fels ist an vielen Stellen feucht und moosüberzogen, das Licht fällt nur gedämpft durch das dichte Blätterdach. Diese Mischung aus Enge, Wasser und Grün erzeugt eine fast urwaldartige Stimmung, die im Gasteinertal ihresgleichen sucht. Genau diese Atmosphäre dürfte auch der Grund gewesen sein, warum die Gadaunerer Schlucht 2024 als schönster Platz Österreichs ausgezeichnet wurde.
Kurzzusammenfassung
- Die Gadaunerer Schlucht liegt am Gasteiner Höhenweg zwischen Bad Gastein und Bad Hofgastein und wurde 2024 zum schönsten Platz Österreichs gewählt.
- Seit Frühjahr 2021 führt ein Tunnelsystem durch die Schlucht, die frühere, oft beschädigte Holzbrücke ist damit Geschichte.
- Im Winter ist die Schlucht aus Sicherheitsgründen gesperrt, im Sommer gilt sie als begehbar und stellenweise sogar mit Kinderwagen und Rollstuhl befahrbar.
- Nach Unwettern im August 2026 waren andere Wege im Gasteinertal betroffen, für die Gadaunerer Schlucht selbst lag keine gesonderte Sperrmeldung vor.
Die Gadaunerer Schlucht ist einer der spektakulärsten Abschnitte des Gasteiner Höhenwegs. Auf rund 1.000 Metern Höhe schneidet sich der Weg an der westlichen Talseite des Gasteinertals durch einen etwa 1,2 Kilometer langen Graben am Südwestabhang des Gamskarkogels. Wer zwischen Bad Gastein und Bad Hofgastein wandert, kommt an dieser engen, moosbewachsenen Klamm kaum vorbei, und genau das macht sie zu einem der meistfotografierten Etappenziele der Region.
Lage und landschaftlicher Charakter
Der Gasteiner Höhenweg selbst ist kein neues Projekt. Die Grundtrasse wurde bereits zwischen 1934 und 1938 angelegt und verbindet seither die beiden Kurorte auf einer landschaftlich reizvollen, aber technisch anspruchsvollen Linie. Die Schlucht war dabei von Anfang an der heikelste Abschnitt der gesamten Route.
Vom Steg zum Tunnel: die Wegsanierung
Lange Zeit überspannte eine Holzbrücke den Bach in der Schlucht. Diese Konstruktion war witterungsanfällig und wurde vor allem im Frühjahr, wenn Schnee- und Eisschmelze den Bach anschwellen ließen, immer wieder beschädigt. Zeitweise war der Übergang dadurch schlicht unpassierbar, was die Attraktivität des gesamten Höhenwegs schmälerte.
Die Lösung fiel radikal aus: Statt die Brücke erneut zu reparieren, wurde ein Tunnel direkt in den Felsen gesprengt. Am 17. Mai 2021 erfolgte der Durchbruch des sogenannten Katharinastollens. Seit diesem Frühjahr wird die Schlucht über ein Tunnelsystem gequert, das den Bach unterirdisch unterführt und den Weg wetterunabhängig macht. Die Sanierungsarbeiten gelten inzwischen als abgeschlossen, aktuelle Tourenbeschreibungen setzen diese Infrastruktur als Standard voraus.
Für Wanderer bedeutet das einen deutlichen Komfortgewinn. Statt über eine wackelige, mitunter rutschige Holzkonstruktion zu balancieren, führt der Weg heute trocken und sicher durch den Fels. Wer die Schlucht zum ersten Mal besucht, wird von diesem unterirdischen Abschnitt oft überrascht, er wirkt wie ein kleines Bauwerk mitten in unberührter Natur.
Barrierefreiheit und Zugänglichkeit
Der Ausbau hat nicht nur die Sicherheit erhöht, sondern auch die Zugänglichkeit verbessert. Der Gasteiner Höhenweg samt Schlucht wird inzwischen als weitgehend barrierearm beschrieben, Passagen sind mit Kinderwagen und teilweise sogar mit Rollstuhl befahrbar. Das ist für einen Wanderweg in dieser Höhenlage und mit einem derart engen Felsdurchgang keine Selbstverständlichkeit und macht die Route auch für Familien mit kleinen Kindern oder für Menschen mit eingeschränkter Mobilität interessant.
Wer die Schlucht als Tagesziel plant, kann auf mehrere ausgeschilderte Rundwege zurückgreifen, etwa von Bad Hofgastein oder von der Tauernbahn aus. Diese Varianten unterscheiden sich in Länge und Ausgangspunkt, führen aber alle durch den zentralen Tunnelabschnitt der Schlucht.
Wintersperre und saisonale Einschränkungen
Ein wichtiger Punkt für die Planung: Im Winter ist die Gadaunerer Schlucht aus Sicherheitsgründen gesperrt. Grund sind Steinschlag-, Eisschlag- und Lawinengefahr, die den engen Felsdurchgang in der kalten Jahreszeit zu riskant machen. Konkret trat für die Saison 2025/26 ab dem 4. November eine behördliche Wintersperre in Kraft, markiert durch eine Schranke direkt vor der Schlucht. Der übrige Gasteiner Höhenweg zwischen Gadaunern und dem Kötschachtal kann davon unabhängig teilweise weiter begehbar bleiben, die Schlucht selbst bleibt jedoch für den Winter tabu.
Im Sommer stellt sich die Lage anders dar. Nach einem Unwetter Anfang August 2026 kam es im Gasteinertal zu Muren und mehreren Wegsperren, betroffen waren jedoch vor allem Abschnitte bei Dorfgastein und im Kötschachtal, etwa am Seisersteg und beim Zugang zur Prossau. Eine explizite Sperrmeldung für die Gadaunerer Schlucht lag zu diesem Zeitpunkt nicht vor. Wer die Tour dennoch nach einem Unwetterereignis plant, sollte sich vorab bei der örtlichen Tourismusinformation über die aktuelle Wegöffnung erkundigen, da sich solche Lagen kurzfristig ändern können.
Warum die Schlucht auch abseits des Wanderns Aufmerksamkeit bekommt
Die enge, dramatische Optik der Schlucht hat auch die Filmbranche interessiert. Für Dreharbeiten zu einer Krimiproduktion war ursprünglich ein Dreh in der Gadaunerer Schlucht angedacht, letztlich wichen die Filmemacher jedoch auf die Strubklamm aus, da sich die Gadaunerer Schlucht für dieses Vorhaben als nicht praktikabel erwies. Konkrete Gründe wurden dazu nicht genannt, denkbar sind logistische Einschränkungen durch den engen, teils unterirdischen Wegverlauf. Für Besucher ändert das wenig, es zeigt aber, wie sehr die Schlucht inzwischen auch über die klassische Wanderszene hinaus wahrgenommen wird.
Praktische Hinweise für den Besuch
Festes Schuhwerk ist trotz der guten Wegqualität sinnvoll, da der Fels im Tunnelbereich feucht sein kann. Eine Stirnlampe oder zumindest eine Handylampe schadet nicht, auch wenn der Tunnel beleuchtet oder kurz genug ist, um ohne künstliches Licht durchquert zu werden, in den dunkleren Passagen der Schlucht selbst kann zusätzliches Licht die Trittsicherheit erhöhen. Wer die Tour mit Kindern plant, sollte die enge Felspassage vorher grob einschätzen, sie ist zwar gesichert, aber schmal und für manche Kinder ungewohnt beklemmend.
Die beste Zeit für den Besuch liegt zwischen Frühling und Herbst, außerhalb der Wintersperre. Gerade an heißen Sommertagen bietet die schattige, feuchte Schlucht eine angenehme Abkühlung gegenüber den offenen, sonnenexponierten Abschnitten des Höhenwegs.
Häufige Fragen
Ist die Gadaunerer Schlucht im Winter begehbar?
Nein, im Winter ist die Schlucht aus Sicherheitsgründen gesperrt. Steinschlag-, Eisschlag- und Lawinengefahr machen den engen Felsdurchgang in der kalten Jahreszeit zu riskant, in der Saison 2025/26 galt die Sperre ab dem 4. November mit einer Schranke direkt vor der Schlucht.
Wie lang ist die Gadaunerer Schlucht?
Die Schlucht ist etwa 1,2 Kilometer lang und liegt am Südwestabhang des Gamskarkogels auf rund 1.000 Metern Höhe, als Teil des Gasteiner Höhenwegs zwischen Bad Gastein und Bad Hofgastein.
Ist die Schlucht mit Kinderwagen oder Rollstuhl passierbar?
Der Gasteiner Höhenweg samt Gadaunerer Schlucht wird als weitgehend barrierearm beschrieben und gilt in Teilen als mit Kinderwagen und Rollstuhl befahrbar. Vor dem Besuch lohnt sich trotzdem eine Rückfrage bei der örtlichen Tourismusinformation, da einzelne Passagen je nach Witterung unterschiedlich beschaffen sein können.
Warum führt der Weg heute durch einen Tunnel statt über eine Brücke?
Früher überspannte eine Holzbrücke den Bach in der Schlucht, die vor allem im Frühjahr durch Schnee- und Eisschmelze immer wieder beschädigt wurde und den Weg unpassierbar machte. Als Lösung wurde ein Tunnel in den Felsen gesprengt, dessen Durchbruch am 17. Mai 2021 erfolgte, seither ist die Querung wetterunabhängig und deutlich sicherer.
Beitragsbild: KI-generiert

