Klagenfurt liegt am Nordufer des Wörthersees und verbindet Kärntner Barockarchitektur mit einer lebendigen Kunstszene. Wer die Stadt besucht, findet auf engem Raum eine historische Altstadt, markante Museen und einen Zugang zum See, der die Stadt seit jeher prägt. Die folgende Übersicht führt durch die wichtigsten Stationen, nennt aktuelle Öffnungszeiten und zeigt, wofür sich ein Abstecher besonders lohnt.
Kurzzusammenfassung
- Der Wappensaal im Landhaus zeigt mehr als 665 historische Wappen und kostet 7 Euro Eintritt.
- Der Stadtpfarrturm bietet einen Panoramablick über Klagenfurt und den Wörthersee und ist freitags sowie samstags von 13 bis 16 Uhr geöffnet.
- Im Botanischen Garten ist seit Oktober 2026 mit dem Museumsstollen „ÜBER.LEBEN“ eine neue Dauerausstellung zu besichtigen.
- Das Maria-Lassnig-Atelier lässt sich gegen freiwillige Spende besuchen und zeigt originale Arbeitsräume der Künstlerin.
Gerade im Herbst 2026 gibt es in Klagenfurt mehrere Neuerungen: ein frisch eröffneter Museumsstollen, eine neue Brücke am Lendkanal und eine Kunstausstellung, die noch bis November läuft. Diese Entwicklungen ergänzen die klassischen Sehenswürdigkeiten der Stadt um neue Anlaufpunkte.
Der Wappensaal im Landhaus
Der Wappensaal gehört zu den eindrucksvollsten Räumen der Stadt. Der barocke Saal zeigt mehr als 665 historische Wappen, die an der Decke und den Wänden angebracht sind, sowie den sogenannten Fürstenstein, ein Relikt der Kärntner Herzogseinsetzung. Der Eintritt für Erwachsene kostet 7 Euro. Von Ende Oktober bis März ist der Saal dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.
Wer durch den Saal geht, spürt sofort das Gewicht der Geschichte: Die dichte Reihung der Wappen erzählt von Jahrhunderten Kärntner Adelsgeschlechter, ohne dass es dafür einer einzigen erklärenden Tafel bedarf. Die Stille im Raum, das gedämpfte Licht und der Blick nach oben machen den Besuch zu einem ruhigen Kontrastprogramm zum Trubel der Altstadt.
Panoramablick vom Stadtpfarrturm
Für alle, die Klagenfurt von oben sehen möchten, ist der Stadtpfarrturm die erste Adresse. Von der Aussichtsplattform reicht der Blick über die Dächer der Altstadt, den Wörthersee und die umliegenden Karawanken. Der Eintritt für Erwachsene liegt bei 6 Euro. Im Oktober ist der Turm freitags und samstags von 13 bis 16 Uhr geöffnet, wer den Aufstieg plant, sollte diese eingeschränkten Zeiten einkalkulieren.
Der Aufstieg über die enge Wendeltreppe ist kein Spaziergang, aber genau das macht den Moment oben lohnender: Die Stadt liegt plötzlich flach und übersichtlich da, der See schimmert je nach Wetterlage in unterschiedlichsten Blautönen. Für Fotos eignet sich die späte Nachmittagsstunde am besten, wenn das Licht flach über die Dächer fällt.
Maria-Lassnig-Atelier: Einblick in ein Künstlerleben
Die österreichische Malerin Maria Lassnig hat in Klagenfurt tiefe Spuren hinterlassen. Ihr restauriertes Atelier zeigt die originalen Arbeitsräume und ergänzt sie um mediengestützte Informationen zu ihrem Werk. Der Besuch erfolgt gegen freiwillige Spende, geöffnet ist donnerstags und freitags von 10 bis 16 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr.
Anders als in einem klassischen Museum wirkt der Raum hier noch bewohnt: Pinsel, Farbreste und die ursprüngliche Einrichtung vermitteln einen unmittelbaren Eindruck davon, wie Lassnig gearbeitet hat. Für Kunstinteressierte ist dieser direkte Zugang zum Schaffensprozess einer der persönlichsten Programmpunkte der Stadt.
Botanischer Garten und der neue Museumsstollen „ÜBER.LEBEN“
Der Botanische Garten Klagenfurt war schon immer ein beliebtes Ziel für einen ruhigen Spaziergang durch Pflanzenwelten der Region. Seit dem 23. Oktober 2026 ist er um eine Attraktion reicher: Im ehemaligen Luftschutzstollen des Geländes wurde die neue Dauerausstellung „ÜBER.LEBEN“ eröffnet. Sie beleuchtet das Verhältnis von Mensch und Natur sowie Fragen des Schutzes von Leben, eingebettet in die besondere Atmosphäre eines unterirdischen Stollens.
Der Kontrast zwischen dem offenen Gartengelände und dem kühlen, dunklen Stollen darunter gibt dem Besuch eine eigene Dramaturgie. Wer zuvor durch die bunten Beete spaziert ist, taucht im Stollen plötzlich in eine andere, fast schon archaische Erfahrungswelt ein. Diese Kombination aus Natur und Geschichte macht den Garten derzeit zu einem der interessantesten Ausflugsziele der Stadt.
Neue Wege am Lendkanal: der Heinzelsteg
Am Lendkanal, einem der charakteristischen Wasserwege Klagenfurts, wurde im Oktober 2026 eine neue Brücke fertiggestellt: der Heinzelsteg. Die barrierefreie Verbindung ist 18 Meter lang und 3 Meter breit und erleichtert seither den Weg zwischen den Uferseiten des Kanals.
Der Lendkanal selbst ist seit jeher einer der schönsten Orte für einen Abendspaziergang in Klagenfurt. Cafés und kleine Lokale reihen sich am Ufer, und die neue Brücke verbindet nun Abschnitte, die zuvor nur über Umwege erreichbar waren. Gerade in den Abendstunden, wenn sich das Licht der Laternen im Wasser spiegelt, zeigt sich der Kanal von seiner ruhigsten Seite.
Aktuelle Kunst: „Der unsterbliche Apfel“ im Künstlerhaus
Wer Klagenfurt noch bis zum 20. November 2026 besucht, kann im Künstlerhaus die Ausstellung „Der unsterbliche Apfel“ sehen. Gezeigt werden Arbeiten von 21 Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit dem titelgebenden Motiv auf unterschiedlichste Weise auseinandersetzen.
Die Ausstellung ist ein gutes Beispiel dafür, wie lebendig die zeitgenössische Kunstszene der Stadt neben den klassischen Sehenswürdigkeiten ist. Wer ohnehin im Zentrum unterwegs ist, kann den Besuch problemlos mit einem Spaziergang durch die Altstadt verbinden, da das Künstlerhaus nur wenige Gehminuten von den zentralen Plätzen entfernt liegt.
Empfehlung: Welche Sehenswürdigkeit für wen?
Wer nur wenig Zeit mitbringt, sollte den Wappensaal im Landhaus und den Stadtpfarrturm kombinieren: Beide liegen in der Altstadt nah beieinander und lassen sich an einem Vormittag besichtigen. Für einen Tag mit Fokus auf Kunst und Geschichte lohnt sich die Kombination aus Maria-Lassnig-Atelier und der Ausstellung im Künstlerhaus. Familien und Naturinteressierte wiederum sind im Botanischen Garten mit dem neuen Museumsstollen „ÜBER.LEBEN“ am besten aufgehoben, da hier Naturerlebnis und thematische Tiefe zusammenkommen. Wer abends noch Zeit hat, rundet den Tag mit einem Spaziergang über den neuen Heinzelsteg am Lendkanal ab.
Häufige Fragen
Welche Sehenswürdigkeit in Klagenfurt eignet sich am besten für einen kurzen Zwischenstopp?
Der Stadtpfarrturm ist die schnellste Möglichkeit, einen Überblick über die Stadt zu gewinnen, da er zentral liegt und der Aufstieg nur wenige Minuten dauert. Allerdings ist er im Oktober nur freitags und samstags von 13 bis 16 Uhr geöffnet, was bei der Planung berücksichtigt werden sollte.
Ist der Besuch des Maria-Lassnig-Ateliers kostenpflichtig?
Nein, der Zugang erfolgt gegen freiwillige Spende. Geöffnet ist donnerstags und freitags von 10 bis 16 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr.
Was ist das Besondere am neuen Museumsstollen im Botanischen Garten?
Die Dauerausstellung „ÜBER.LEBEN“ nutzt einen ehemaligen Luftschutzstollen als Ausstellungsraum und verbindet damit historische Architektur mit inhaltlichen Fragen zum Verhältnis von Mensch und Natur. Sie wurde am 23. Oktober 2026 eröffnet und ist seither Teil des Gartenangebots.
Wie lange ist die Ausstellung „Der unsterbliche Apfel“ noch zu sehen?
Die Ausstellung im Künstlerhaus läuft noch bis zum 20. November 2026. Sie zeigt Werke von 21 Künstlerinnen und Künstlern und lässt sich gut mit einem Spaziergang durch die Altstadt verbinden.
Preise und Öffnungszeiten: Stand Oktober 2026.
Beitragsbild: KI-generiert

